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25.08.2014

Vom verlorenen Mut.

Manchmal gibt es Zeiten, in denen wirkt die ganze Welt irgendwie grau. Es fühlt sich an, als hätte man eine sehr dreckige Brille auf. Nichts kann einen so richtig begeistern, die Puste ist irgendwie raus. Es fällt mich sehr schwer, das zuzugeben, doch ich befinde mich in genau so einer Zeit. Wenn ich mich nach der Arbeit aufs Sofa setze, komme ich oft erst wieder hoch, wenn der Mann zuhause ist und mich motiviert noch irgendwas zu machen. Selbst die kleinste Hausarbeit ist mir zu viel und ich habe das Gefühl, ein toter Hamster zu sein, der sich trotzdem noch in seinem Schwungrad mitdreht.

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Angefangen hat es vermutlich Anfang des Jahres. Wir hatten uns in den Kopf gesetzt die Küche zu renovieren, was an sich gar keine schlechte Idee war. Eine neue Küche sollte es auch werden und naja – vielleicht müssten wir tapezieren oder streichen. Alles kein Problem. So dachten wir, bis wir an der Wand unter der alten Tapete auf Lackfarbe stießen, die nichts auf sich kleben ließ – aber auch nicht abging. So dachten wir, bis wir Elektroleitungen sahen, die lose zwischen Putz und eigentlicher Wand verlegt waren. Die Zeiten danach waren vor allem eins: staubig. Wände wurden abgeschliffen, neue Elektroleitungen verlegt. Das alles zog sich über eine Zeit von gut 4 Wochen, der Elektriker hatte natürlich auch nicht sofort für uns Zeit – und nach der Arbeit noch die Wände abschleifen geht auch nicht immer bis 12 Uhr nachts. In der Zeit war nicht nur unsere Küche ein Staubhaufen – auch der Rest unserer Wohnung war immer von einem feinen Film überzogen. Es war grausam! Doch nach gut 1,5 Monaten war es dann endlich geschafft! Wir hatten eine Küche – und eine wohlverdiente Woche Urlaub in Schweden. Puh.

Doch ganz so einfach machte es uns das Leben nicht: Als wir wieder zurück waren, nachts um 1 kamen wir an, fanden wir unseren kleinen Kater verletzt wieder. Anschließend folgte eine wieder ca. 6 wöchige Odyssee aus Sorgen, Gedanken übers Einschläfern, einem Klinikaufenthalt fürs Katerchen und anschließend mit täglichem Wohnung desinfizieren (er hatte zusätzlich zu allem Darmparasiten).

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Wenn es dann noch nicht so ganz passt mit der Arbeit, wo man ja schon 8 Stunden täglich verbringt, rutscht man immer weiter in diese graue Wolke hinein. So ist es mir passiert und ich konnte nichts dagegen tun. Ich bekam schließlich eine vom Arzt verordnete Auszeit und lernte, wieder mehr auf mich zu achten. Mir bewusste Zeiten auf dem Sofa zu verordnen, aber auch ab und an was schönes für mich zu machen.

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Ich hoffe sehr, ich komme aus dem grau wieder raus, denn so schön grau von außen auch sein mag – innen ist es schlimm und fühlt sich an, als würde es niemals enden.


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